In Veras unverbindlichen Übung (2.-4.Klassen VS) wurde heuer gleich zu Beginn ein Wunsch der Kinder in die Realität umgesetzt: ein selbstgestaltetes Sprachen-Quartett. Die Begriffe wurden zuallererst definiert, dabei war es wichtig, dass sie aus der Welt der Kinder kommen und von den voXmi-Kindern selbst in ihre Erstsprache übersetzt werden konnten. Nach dieser Hürde begannen alle voller Eifer ihre Spielkarten grafisch zu bearbeiten. Endprodukt ist ein sehr beliebtes Lernspiel für die FA-Phasen für alle spracheninteressierten Kinder.
Nachdem wir mit der Klasse bereits im Jänner ein interessantes voXmi-Projekt im Unterricht „Bewegung und Sport“ durchgeführt hatten, bekamen wir im März erneut die Möglichkeit, Bewegung mit Sprache in dieser Klasse zu verbinden. Die heterogene Gruppe bietet sich einerseits sehr gut für voXmi-Projekte an, andererseits sind die Mädchen der zwei zweiten Klassen sehr sprachinteressiert und motiviert und haben keinerlei Hemmungen, ihre Erstsprache im Unterricht zu nutzen.
Zum Einstieg wählten wir das Spiel „Wasser, Feuer und Erde“ auf verschiedenen Sprachen. Kurz zur Erklärung: Bei Feuer müssen die SchülerInnen auf die Sprossenwände klettern, bei Wasser auf zwei im Turnsaal verteilte Turnmatten springen und bei Erde müssen sie sich auf den Boden legen. Wir wollten dieses Spiel in verschiedenen Sprachen spielen, um die SchülerInnen aktiv in den Unterricht zu integrieren und ihren verschiedenen Erstsprachen die Wertschätzung zu vermitteln, die sie verdienen.
Kollegin Mühl startete das Spiel auf Ungarisch, danach wurde abgestimmt, welche Sprachen folgen würden. Die SchülerInnen waren sehr begierig darauf, die Kommandos in ihrer Erstsprache zu geben. Leider konnten wir nicht alle Sprachen nehmen, hatten wir doch ein dichtes Programm vorbereitet. Eine Schülerin gab die Anweisungen auf Spanisch, eine andere auf ???
Wichtig war es, die drei Wörter in der jeweiligen Sprache einige Mal laut vorzusprechen und zu wiederholen, bevor mit dem Spiel gestartet wurde. Durch die vielen Wiederholungen blieben die Wörter jedoch sehr gut im Gedächtnis haften und die SchülerInnen, die Kommandos gaben, kamen einmal in den Genuss, „Lehrer“ zu spielen.
Nach ca. 20 Minuten stoppten wir das Spiel und gingen zur nächsten Aufgabe über. Die SchülerInnen mussten sich in zwei Gruppen aufteilen und zwei völlig idente Hindernisläufe aufbauen. Dazwischen bauten wir jeweils zwei Sprachenstationen auf. Bei der ersten hatten wir ein Arbeitsblatt mit „Guten Tag“ auf 20 verschiedenen Sprachen vorbereitet. Jede Schülerin musste nun ein Wort mit der richtigen Sprache verbinden, beispielsweise „Bonjour“ mit Französisch. Bei der zweiten Station lagen 20 verschiedene Kärtchen mit dem Wort „Apfel“ auf verschiedenen Sprachen. Daneben lagen 20 Kärtchen mit den jeweiligen Sprachen. Auch hier mussten die Schülerinnen Wörter zu Sprachen zuordnen. Die zwei Kärtchen mit Wort und Sprache musste jede ins Ziel mitnehmen. Am Schluss gab es drei Punkte zu erreichen: 1 Punkt für die schnellste Zeit, ein Punkt für die erste Station und ein Punkt für die zweite Station (bei gleich vielen richtigen Antworten bekamen beide Gruppen einen Punkt). Kollegin Pirngrupper, die Sportleherin, hatte selten eine so leise Turnstunde erlebt, waren die SchülerInnen doch so auf Hindernislauf und Sprachenzuordnen konzentriert, dass sie dabei ganz auf das „Lärmen“ vergaßen. Am Wichtigsten war jedoch, dass die SchülerInnen riesigen Spaß am Projekt hatten und die Zeit wie im Fluge verging. Dieses Projekt zeigt, wie gut sich voXmi im Sportunterricht integrieren lässt!!
VoXmi-Projekt im Englischunterricht
Klasse: 1C
Zeitraum: März 2012
Dauer: 1 DS
Da in dieser Klasse einige SchülerInnen in ihrer Freizeit dem Theaterspielen nachgehen und die Klasse über einen hohen Bewegungsdrang verfügt, überlegten wir uns, im Zuge des Englischunterrichts ein Theaterprojekt zu machen. Wir bereiteten verschiedene Wörter vor, die wir in Nomen, Verben, Adjektive und englische Wörter unterteilten.
Als Einstieg führten Kollegin Mühl und ich ein kurzes Theaterstück auf, wobei Kollegin Mühl nur Ungarisch sprach und ich ihr auf Steirisch den Weg zum nächsten McDonald’s erklärte. Wir wollten den SchülerInnen so etwaige Hemmungen nehmen und ihre Motivation zum Schauspielern wecken. Ferner diente das Schauspiel in unseren Erstsprachen dazu, die SchülerInnen ihrerseits zum Verwenden ihrer Erstsprachen zu animieren. Unser kurzes Theaterstück wurde von den SchülerInnen mit großer Begeisterung aufgenommen.
Nach diesem lustigen Einstieg teilten wir die SchülerInnen mithilfe von Bonbons gleichen Geschmacks in Gruppen auf (fünf verschiedene Geschmacksrichtungen mit jeweils der gleichen Anzahl). Insgesamt waren 25 SchülerInnen an diesem Tag anwesend. Danach musste jeder Schüler, jede Schülerin jeweils ein Nomen, ein Verb, ein Adjektiv und ein englisches Wort ziehen. Jede Gruppe hatte somit 20 Wörter, mit Hilfe derer sie sich ein kurzes Theaterstück überlegen sollten. Wir stellten den SchülerInnen ein Sortiment aus verschiedenen Requisiten, von Brillen, über Schals zu Kleidungsstücken, zusammen. Die SchülerInnen verteilten sich im eigens dafür gemieteten Festsaal – sollten sie doch eine Bühne zur Verfügung haben – und starteten ohne Zögern und motiviert in die Arbeit. Kollegin Zauner, Kollegin Mühl und ich standen den SchülerInnen helfend zur Seite, ohne sie jedoch zu sehr beeinflussen zu wollen, da es uns sehr wichtig war, dass die SchülerInnen kreativ und selbstbestimmt agieren konnten. Wir animierten sie lediglich dazu, ihre jeweilige Erstsprache in das Stück einzubauen. Nach 45 Minuten versammelten sich alle und die Gruppen durften nacheinander ihr Stück auf der Bühne vorführen. Auffallend war dabei die große Disziplin und Aufmerksamkeit des Publikums. Niemand wurde ausgelacht oder aufgezogen. Die Theaterstücke waren sehr lustig und kreativ und nicht nur die SchülerInnen, sondern auch wir Lehrer hatten unseren Spaß daran. Einige SchülerInnen bauten zu unserer großen Freude neben Englisch auch ihre Erstsprache (ein Mädchen redete Afghanisch, ein Junge Arabisch etc.) ein.
In einer abschließenden Feedbackrunde hatten die SchülerInnen die Möglichkeit, ihre Eindrücke, Vorschläge und Wünsche für nachfolgende Projekte zu äußern. Das Echo war durchwegs sehr positiv und die SchülerInnen bekundeten ihren Wunsch nach Wiederholung des voXmi-Projekts. Für das nächste Mal würden sie sich nur mehr Requisiten und mehr Zeit wünschen.
Ein großer Dank von unserer Seite gilt unserer Kollegin Martina Zauner, die uns zwei Englischstunden überlassen hat und mit ihrer großen Begeisterung und Ruhe sehr am Gelingen des Projekts beigetragen hat.
Im Laufe des Schuljahrs hat sich immer wieder gezeigt, wie wichtig es für die ersten Klassen ist, sich mit ihrer Mehrsprachigkeit auseinander zu setzen. Die 10 bis 11-jährigen SchülerInnen zeichnen sich zudem durch ihre große Motivationsbereitschaft und Begeisterungsfähigkeit aus. Frühe Auseinandersetzungen mit Mehrsprachigkeit wirken sich auch enorm positiv auf den Bildungsweg der SchülerInnen aus, vor allem in Hinblick auf Ausbildung und Stärkung des Selbstbewusstseins sowie auf die Identitätsentwicklung von Kindern mit anderer Erstsprache.
Aus diesem Grund haben wir uns eine Einführungsstunde für die 1. Klasse überlegt, die wir an der voXmi-unerprobten 1B im Fach Deutsch getestet haben.
Zu Beginn wird eine kurze Einführung zu den Themen voXmi und Mehr- bzw. Vielsprachigkeit gemacht. In einer kurzen Vorstellungsrunde haben die SchülerInnen mit anderer(en) Erstsprache(n) die Möglichkeit, sich ihrer Erstsprache oder einer Fremdsprache vorzustellen. Erstaunlich war für uns die Beobachtung, dass sich fast alle SchülerInnen in ihrer Erstsprache oder auf Englisch, Französisch und Italienisch als Fremdsprachen vorgestellt haben. Deutsch war definitiv unterrepräsentiert.
In einem gemeinsamen Brainstorming an der Tafel wurden die verschiedenen Sprachen, die in der Klasse gesprochen wurden, sowie Sprachen, die die SchülerInnen noch lernen möchten, evaluiert. Interessant war, dass die SchülerInnen teilweise nicht gewusst hatten, welche Sprachen in ihrer Klasse gesprochen wurden. Das hohe Sprachenrepertoire wurde von den SchülerInnen als sehr positiv bewertet.
Zum Abschluss wurden Sprachenbiographien erstellt und an der Tafel präsentiert und kurz besprochen.
Falls noch Zeit übrig bleibt, könnte man noch ein kurzes Sprachenspiel einbauen (SchülerInnen lernen ihren Klassenkollegen Arm, Kopf, Bauch und Bein in ihrer Erstsprache. Nach mehrmaligem Wiederholen müssen die SchülerInnen auf das richtige Körperteil zeigen, wenn sie eines der Wörter hören.
Die SchülerInnen der 1B waren sehr motiviert und interessiert und haben uns eingeladen, in einer Mathematikstunde ein voXmi-Projekt zu machen.
Am 13. und 14. April fand in Wien der dritte Teil der diesjährigen voXmi-Fortbildungsreihe statt. Die Räumlichkeiten des Projektzentrums für eEducation und digitale Kompetenzen boten dafür ideale räumliche Voraussetzungen. Kollegen/innen aus Wien und Graz nahmen an der Veranstaltung teil.
Im Mittelpunkt standen neben den Berichten aus den Schulen ein Workshop mit Gabriela Dorn-Scheruga unter dem Titel „Im multikulturellen Klassenzimmer“ sowie ein Vortrag von Christian Schreger, in dem er uns über seine äußerst erfolgreichen interkulturellen Projekte aus seiner Schule, der Volksschule Ortnergasse in Wien, berichtete. Für die voXmi-Projektschulen ergaben sich dadurch eine Reihe neuer Aspekte und Anregungen für die Weiterarbeit.
Schließlich erhielten die Teilnehmer/innen auch eine spezielle und sehr motivierende Einführung in die italienische Sprache, durchgeführt im Team von Erika Hummer und Antonio Angelotti.
Im Zuge der Religionsaufsicht der 4.Klassen (30 SchülerInnen) wagten wir ein voXmi-Experiment mit einer sehr heterogenen Gruppe und erstmals außerhalb des Unterrichts. Während der Religionsaufsicht dürfen sich die SchülerInnen normalerweise selbstbestimmt beschäftigen und aus diesem Grund waren wir anfangs sehr unschlüssig und skeptisch, ob wir genügend SchülerInnen zur aktiven Mitwirkung am voXmi-Projekt motivieren könnten.
Einige SchülerInnen hatten in den Wochen zuvor des öfteren das Werwolf-Spiel gespielt. Wir wollten uns nun ihre Interessen zu Nutzen ziehen, und das Werwolf-Spiel zu einer mehrsprachigen Aktivität umformen. Die Teilnahme am Spiel war freiwillig!
Tabellen, Kalkulationen und Diagramme – klingt ganz nach trockenem Informatikunterricht – muss es aber keineswegs sein, z. B. dann, wenn voXmi mit im Spiel ist.
In den zweite Klassen steht in unserer Schule im Informatikunterricht unter anderem das Arbeiten mit einem Tabellenkalkulationsprogramm am Programm. Um dieses Kapitel der Informatik spannender zu gestalten, wurden heuer die Schülerinnen und Schüler nach einer kurzen Einarbeitung in die wesentlichsten Elemente der Programmbedienung als junge Forscherinnen und Forscher eingesetzt, die fächerübergreifend mit dem Geografie-Unterricht Zahlen und Fakten zur Weltbevölkerung im Internet recherchieren und daraufhin auch die Anzahl der Sprachen und ihre Verteilung auf die Kontinente und Länder untersuchen sollten. Die gefundenen Zahlen wurden dann in einem Tabellenkalkulationsprogramm mit aussagekräftigen Diagrammen aufbereitet.
Am 24. März 2012 war es so weit: Erstmals wurde voXmi in einen Lehrgang der PH Steiermark integriert. In Form einer halbtägigen Blockveranstaltung erhielten die interessierten Teilnehmer/innen des Lehrgangs „Mehrsprachigkeit in der schulischen Praxis“ erste intensive Einblicke in das Projekt voXmi: Neben dem Kennenlernen der Inhalte, Ziele und Unterrichtsmaterialien des bm:ukk-Projekts, wurden auch rechtliche Aspekte bei der Veröffentlichung von Materialien im Internet behandelt und eine kleine Auswahl von Web 2.0-Tools kurz vorgestellt, die für einen Unterricht im Sinne der Mehrsprachigkeit und des interkulturellen Lernens besonders geeignet erscheinen.
Der voXmi-Gedanke ist übrigens bereits im Curriculum des Lehrgangs verankert, wenn es beispielsweise bei den Bildungszielen heißt: „Die Studierenden […] kennen Konzepte zum individualisierten und differenzierten Sprach(en)unterricht mit E-Learning-Unterstützung (z.B. voXmi)“.
Auch in der Gesamtkonzeption des Curriculums sowie in der Vorbereitung und der Durchführung des Lehrgangs wird neben der Universität Graz ausdrücklich die voXmi-Beteiligung erwähnt.
Dass voXmi auch von den Teilnehmer/innen im Rahmen der Lehrveranstaltung gut aufgenommen wurde, bewies die intensive Beteiligung aller an den Diskussionen zwischendurch und das Interesse an den Projektinhalten und -materialien selbst. Dazu passt auch die erstaunte Frage einer Teilnehmerin: „Warum erfahren wir erst jetzt, dass es dieses Projekt gibt?“
Ein neues voXmi – Projekt der ersten Klassen
unter der Leitung von Fachlehrerin Elfriede Novotny
Im Zuge dieses Projekts kommen ein Tänzer und eine Tänzerin in die Schule und erarbeiten an insgesamt 3 Nachmittagen mit den Kindern folgende Inhalte:
Finanziert wird das Projekt vom Kulturverein „Artists in residence“.
Die Künstlerinnen und Künstler stammen aus verschiednen Ländern und Kulturen. In unserem Fall kommt Sezen Tongusz aus der Türkei und Marko Milic aus Bosnien. Der Unterricht wird in vielen verschiedenen Sprachen gehalten: Türkisch, Bosnisch, Englisch und Deutsch.
Da die voXmi Schülerinnen und Schüler aus der vierten Klasse im Dezember ihre Freunde aus Znaim über die Ringstraße führen durften, wollten auch die Kinder aus der ersten und zweiten Klasse unbedingt einen Spaziergang in der Innenstadt machen.
Deshalb planten Kollegin Novotny und ich einen mehrstündigen Lehrausgang am Nachmittag, da uns im Jänner ohnehin viele voXmi Stunden ausgefallen wären.
Eigentlich planten wir verschiedene Bauwerke zu zeigen und Geschichten dazu zu erzahlen.
Doch es kam ganz anders. Keines der 19 Kinder war vorher schon auf der Kärntner Straße gewesen. Sie kannten zwar den Stephansdom, waren mit der Volksschule aber direkt am Stephansplatz aus der U-Bahn aus- und wieder eingestiegen. So war alles ein ungeheures Erlebnis. Schon die Torten in der Auslage der Konditorei Sacher wurden lange bestaunt. Die Straßenkünstler faszinierten sie völlig, eine halbe Stunde lang schauten sie zu, wie ein Bild entstand. Natürlich musste ich 15€ investieren und es für die Schule ankaufen.
„Lebende Statuen“ hatten sie nie zuvor gesehen- und einige davon (meist Studenten) ließen sich auch geduldig fotografieren.
Aus all den Fotos, die die Kinder und wir gemacht hatten, entstanden dann Fotostories, die- wenn möglich- zweisprachige Texte bekamen. Die Musik wurde im Programm ebenfalls selbst erstellt.
Schauen Sie sich das an: