Die große Sprachenvielfalt in den 1. Klassen wollten wir als Chance nutzen, um andere Sprachen zu lernen: Kroatisch, Bosnisch, Serbisch, Slowenisch, Arabisch, Türkisch, Albanisch waren dabei Unterrichtsgegenstand und die Expert/innen für die Sprachen die Schüler/innen selbst. Die Schüler/innen konnten dabei in Kleingruppen einfache Phrasen wie „Mein Name ist….“ oder „ich komme aus….“ lernen und üben. Begeistert waren die Schüler/innen natürlich auch davon, in die Rolle des Lehrers/der Lehrerin zu schlüpfen.
Der November stand heuer in der Feldgasse ganz im Zeichen der Schrift. Im BE-Unterricht der 1C Klasse hatten wir uns bereits ausgiebig mit dem Thema Schrift beschäftigt. Im voXmi-Unterricht sollte nun Schrift mit Sprache verbunden werden, neue Perspektiven vermittelt werden und neue Erkenntnisse gewonnen werden.
Nachdem wir den SchülerInnen das voXmi-Projekt näher vorgestellt hatten, sollten sie als Einstieg ihre individuelle Sprachenbiographie erstellen.
Die Nachmittags-voXmi-Gruppe besuchte am 26.Jänner 2012 den Wiener Naschmarkt und interviewte dort in Tandems die Standler, teilweise in den Erstsprachen der Kinder. Alle hatten trotz eisiger Temperaturen viel Freude und einige Aha-Erlebnisse, was die Gemeinsamkeiten aber auch was die Verschiedenheiten der Sprachen betrifft. Wir waren uns einig, dass das nicht unser letzter Besuch dieser Wiener Institution war!
Am 27. Jänner 2012 wagte sich die voXmi-Gruppe unserer Schule mit ihrem ersten Projekt an die (Schul-)Öffentlichkeit des BRG Kepler: Nach langen Gesprächen über unsere eigenen Sprachbiographien beschlossen wir, für unsere Schule ein klares Signal zu setzen: Jeder Mensch, der das BRG Kepler betritt, soll mit einer Botschaft begrüßt werden, die klar macht, dass Vielfalt bei uns willkommen ist.
Als unsere engagierten Oberstufenschüler/innen aus dem Schulschwerpunkt Angewandte Informationstechnologie ihre Bereitschaft bekundeten, voXmi-Schüler/innen aus der Unterstufe bei der Erstellung von Webseiten zu unterstützen, war ihnen zu Beginn noch nicht wirklich bewusst, worauf sie sich dabei wirklich einließen. Denn mit den unterschiedlichen Sprachen, die auf den Webseiten eingebaut wurden, wuchs auch sprunghaft der Bedarf an speziellen Codierungen für die vielen „Sonderzeichen“ in den einzelnen Sprachen. Galt es nämlich bisher nur die deutschen Umlaute und das scharfe ß korrekt auf Webseiten darzustellen, waren es nun plötzlich eine Vielzahl unterschiedlicher Zeichen, die auf ein und derselben Seite vorkamen.
Über 20 engagierte voXmi-Lehrkräfte aus Wien und der Steiermark trafen sich in der Bundeshauptstadt, um sich in den Bereichen Interkulturelles Lernen, gelebte Mehrsprachigkeit und E-Learning zwei Tage lang fortzubilden und gemeinsam Erfahrungen aus den verschiedenen Schultypen auszutauschen. Das Programm war sehr interessant, nur die Zeit viel zu kurz!
Die Kinder erhielten die Aufgabe, eine Präsentation mit dem Titel „I love Vienna“ zu erstellen. Sie sollten zunächst auf Deutsch eine Folie gestalten, was ihnen an Wien gefällt. Anschließend wurde die Folie kopiert und in die Erstsprache übertragen. Die Schülerinnen und Schüler waren mit Begeisterung bei der Sache, so viel positives Echo hatte ich gar nicht erwartet.
Anbei zwei Beispiele:
Die Schüler/innen recherchieren, woher ihre Vornamen kommen, was sie bedeuten und wie sie in anderen Sprachen lauten.
Beispiel
Info zur männlichen Form Dennis
von ‚Dionysios‘ (der dem Gott Dionysos Geweihte)
Dionysos war der griechische Gott des Weines, einem Sohn von Zeus und Semele, der Name des Gottes setzt sich zusammen aus ‚dios‘ (‚von Zeus‘) und ’nysa‘, dem Namen eines legendären Berges der hl. Dionysius (3. Jh.)
ist einer der 14 Nothelfer
die Stadt St. Denis in Frankreich ist nach ihm benannt
Info zur weiblichen Form
Denise auf griechisch bedeutet `die Fröhliche
Deniz auf türkisch „Meer“
» die dem Dionysos Geweihte
» die Fröhliche
» die Starke
» türkisch: das Meer
Im Rahmen der SPIN-Innovationsmesse „Sprachenlernen in Vielfalt“, die am 24. November 2011 an der Pädagogischen Hochschule in Graz stattfand, konnte im Rahmen eines Workshops auch das Projekt voXmi einem interessierten Publikum vorgestellt werden.
Da am gleichen Tag auch die SPIN-Dekrete verliehen wurden und in den Pausen auch die Möglichkeit bestand, die Stände verschiedener SPIN-Schulen zu besuchen und sich über SPIN–Projekte zu informieren, konnte dabei auch wertvolle Vernetzungsarbeit im Sinne von voXmi geleistet werden.
Bilder von der SPIN-Innovationsmesse
Bilder vom voXmi-Workshop:
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Am 16. November 2011 fand an der PH Vorarlberg in Feldkirch die Veranstaltung „Neue Medien – Neue Lernkultur“ statt. Rund 100 interessierte Lehrkräfte aus Vorarlberger Schulen nahmen an dieser abwechslungsreichen und interessanten Abendveranstaltung teil, die erst jenseits von 22:00 Uhr ihr Ende fand.
Dem Projekt voXmi wurde in dieser Veranstaltung durch die Möglichkeit eines Hauptreferats mit dem Titel „Neue Medien zur Förderung der Mehrsprachigkeit“ im Plenum ein prominenter Platz zugewiesen.